12 Leitgedanken zum persönlichen Wohlbefinden

Dipl.Psychologe Gunter König hat 12 Leitgedanken für das persönliche Wohlbefinden formuliert - und dies kurz, einfach und herausfordernd ...

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(1) Ärgere Dich nicht, wundere Dich nur!

Mit dieser Einladung zum Perspektivenwechsel weitet sich der Blick, Sie kommen zur Ruhe und können die Welt aus einer höheren Warte betrachten. Jetzt können Sie sich entscheiden, ob Sie sich dem Ärger zuwenden wollen oder etwas gegen ihn tun.

Wundern, Staunen bringt sofort gute Laune. Und dann handle man mit einem Lächeln!

Sie haben die Wahl. Wenn Sie die Situation verstehen wollen, dann lauten die Fragen: Welcher Wunsch steckt hinter dem Ärger? Was löst den Ärger aus? Kenne ich vergleichbare Konstellationen? So steuern Sie wieder selbst!

(2) Bilde gute Gewohnheiten!

Gewohnheiten zu verändern ist schrecklich schwierig, doch es geht! Was wir als Individualität bezeichnen, hat seine Gestalt durch Gewohnheiten erlangt. Sie entwickeln sich aus (un-)bewusst getroffenen Entscheidungen, die zum Zeitpunkt ihres Entstehens vom Gehirn emotional als angenehm, nützlich, gut oder Spannung mindernd bewertet wurden. Sie sind automatisiert. Die Wirkung kommt nicht durch Verstehen, sondern durch Üben.

Entsprechend ist zu handeln: Treffen Sie eine bewusste Entscheidung, halten Sie diese Entscheidung schriftlich fest, fangen Sie sofort an und bleiben Sie dran!
 

(3) Denke voraus!

Unser Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Handeln bestimmt unsere Welt. Wir nehmen wahr, denken darüber nach, fühlen und handeln entsprechend. Und schon sind wir in der Falle!

Auch wenn uns scheint, als ob wir über das (nach)denken, was wir wahrnehmen, so kann es auch umgekehrt sein: Wir nehmen nur wahr, was mit unserer Überzeugung, unseren Denkformen stimmig ist. Das heisst, wir interpretieren ständig unsere Sinneseindrücke und sind davon abhängig.

Wir können uns nur weiterentwickeln, wenn wir unseren Gedankenprozess beobachtend mitverfolgen und dabei unseren Gedankenstil entdecken!
 

(4) Erkläre Glück und Lebensfreude zu Deinen höchsten Zielen!

Damit haben Sie ein Navigationssystem für Ihr Wohlbefinden. Es geht um Ihr Leben. Was gibt Ihrem Leben Sinn, Freude, Wohlgefühl und Bedeutung? Muten Sie sich Antworten zu! Suchen Sie keine edlen Vorzeige-Sinnfindungen, bleiben Sie bei sich.

Sie sind einzigartig, folglich brauchen Sie sich nicht zu vergleichen. Sammeln Sie, finden Sie und misten Sie auch aus. Es gibt Leistungen, die keinen Spaß machen und sich nicht lohnen, nur Energie rauben.

Dagegen: Welche Tätigkeiten bereiten Ihnen Freude? Mit welchen Menschen sind Sie gern zusammen? Was löst Freude aus? Und: Wie entsteht sie?
 

(5) Jetzt ist der Augenblick!

Viele beschäftigen sich in Gedanken entweder mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft. Sie sind selten in der Gegenwart. Doch die Gegenwart ist der einzige Augenblick des wirksamen Handelns!

Gehen Sie in die Gegenwart. Widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit dem augenblicklichen Tun. Bei den alltäglichen Dingen des Lebens können Sie leicht üben, völlig gegenwärtig zu sein. Wer so den Augenblick lebt und liebt, der erlebt Freude und Leichtigkeit, gleich was er tut und wo er ist!
 

(6) Mach's einfach!

Hier sind zwei Aufforderungen zusammengefasst und beide erleichtern das Leben. Zum einen: Halte das, was Du tust, überschaubar und verständlich.

Zum anderen: Leg los, warte nicht lange. Das Tun bringt neue Erkenntnisse und damit die Erfahrung. Und diese Erfahrung bringt Optimierung. Es ist unmöglich, jede Möglichkeit vorauszusehen!
 

(7) Nimm Dir Zeit und Muße!

Wir sind alle unterschiedliche Persönlichkeiten, die in verschiedenen Lebens- und Arbeitssituationen stecken. Folglich haben wir unsere Situation in Ruhe und ganz genau anzusehen: Wir haben für uns und nur für uns den passenden Weg zu finden.

Nehmen Sie sich Zeit und sprudeln Sie alles, was Ihnen in den Sinn kommt, heraus. Aus dem Kopf aufs Papier. Damit haben Sie den ersten Schritt zur Klarheit getan. Jetzt geht es ans Sortieren, Weiterdenken und Bewerten. Ehe Sie sich fragen: Was würde ich gerne anders machen? Was hindert mich daran, es zu tun? Wie könnte es gehen?
 

(8) Rede mit Dir und anderen!

Wir sind nicht allein auf der Welt, noch nicht mal in uns. Wenn wir mit anderen sprechen, dann werden - bevor, während und nachdem wir sprechen - innere Stimmen laut (mehr oder weniger vernehmlich). Hier sind sozusagen die verschiedenen Persönlichkeitsaspekte vertreten und spielen eine eigene Rolle.

Dieser innere Dialog findet ständig statt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Nach außen wird meist nur das Ergebnis sichtbar. Einen solchen inneren Dialog können Sie bewusst führen - achtsam und aufmerksam - auf Ihrem Weg zur Selbsterkenntnis!
 

(9) Sei Dir Deiner selbst bewusst!

"Blicke in Dein Inneres! Da drinnen ist die Quelle des Guten, die niemals aufhört zu sprudeln, solange Du nicht aufhörst nachzugraben", sagt Marc Aurel. Gerne gebe ich diese Empfehlung weiter. Denn wenn ich weiß, wer ich bin - in groben Zügen natürlich - dann kann ich mich steuern im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Handeln (auch natürlich in groben Zügen).

Wenn ich innehalte und prüfe, welche Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen mich gerade regieren und sie durcharbeite, dann fühle ich mich wohler. Ich merke wieder, dass ich der Steuermann meines Lebens bin!

(10) Übernimm Verantwortung für Dich und Dein Handeln!

Selbstverantwortung ist der Schlüssel für Ihr Leben. Erst wenn Verantwortung persönlich übernommen wird, ist das Tor offen für eine Änderung im Leben. Denn ändern können Sie nur sich selbst. Der Gewinn ist das Gefühl, Lebensgestalter und nicht Verwalter zu sein.

"Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem Du die hundertprozentige Verantwortung für Dein Tun übernimmst", sagte schon Dante Alighieri vor ungefähr 800 Jahren. Eine Leitfrage kann Sie dabei unterstützen: Fällt diese Angelegenheit in meinen Einflussbereich oder in den Bereich der anderen oder in Gottes Hand?
 

(11) Wisse, was Dir gut tut!

Dieses Wissen erlaubt Ihnen, selbstbestimmt zu wählen. Dazu fertigen Sie eine Sammlung von Tipps an, die Sie in gute Laune versetzen. Das kann reichen von "Tanzen Sie fünf Minuten - auch wenn keiner dabei zusieht" über "Schaffen Sie sich Inseln des Wohlfühlens - etwa den Ledersessel mit Ihrem Lieblingsbuch daneben" bis zu "Gehen Sie vor die Tür und schauen Sie in den Himmel. Wenn Sie hoch schauen, leben Sie das Prinzip: KOPF HOCH!"

Sprechen Sie mit Freunden darüber, vergleichen Sie die Antworten und reichern Sie Ihren Schatz immer wieder neu an. Werden Sie Ihr eigener Freude-Forscher!

(12) Ziele und konzentriere Dich!

Sie kommen auch gut durch's Leben, wenn Sie beobachten, was anliegt und sich dann situationsbezogen entscheiden. Verlockend ist auch, wenn Sie mehr Ihr Lebensruder in die Hand nehmen und Kurs auf Ihr Ziel nehmen. Schließlich kann sich jeder im Vorfeld schon mit den wichtigen Kenntnissen vorbereiten.

Bekannt ist auch, dass Unternehmen, die mit Businessplänen gegründet wurden, erfolgreicher waren. Also was hindert Sie daran, sich mit einem der bekannten Zielhandwerkszeuge zu versehen und Ihr Ziel schriftlich zu verfassen, auszuführen, Schritte zu überlegen und es dann "einfach zu tun"?

 

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Altauseer See im Winter5_2010

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Mit Bildern Emotionen erlebbar machen und zum TUN anregen

Ein Beitrag von Klaus Sageder

In meiner Arbeit als Coach erlebe ich immer wieder, wie Menschen in ihren aktuellen Problemen gefangen sind. Der Blick auf's Wesentliche ist verstellt, die Lösung ist nah und dennoch nicht greifbar. In dieser Serie stelle ich eine Methode vor, die hilfreiche Lösungsimpulse schafft.

Zur Vermittlung wähle ich eine Kombination aus Geschichte & begleitenden Erläuterungen.

Prolog

Eines Tages, als der König wieder einmal sein Reich bereiste, entdeckte er an einem seiner Landschlösser im hinteren Teil des Gartens eine Tür, die ihm bislang noch nicht aufgefallen war. Diese Tür führte offensichtlich in ein ihm noch nicht bekanntes Land, denn das Schloss stand an der Grenze seines Reiches und die Tür bildet die Verbindung in einer anderes Königreich.

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Obwohl der König regelmäßig aufmerksam sein Reich inspizierte, war ihm diese Tür noch niemals zuvor aufgefallen. Und noch weniger der dahinter befindliche verborgene Weg in ein anderes Königreich. Diese Tür musste wohl schon sehr alt sein, denn sie war vom Rost befallen und mit dickem Efeu reichlich bewachsen. Unter der mächtigen Klinke war ein großes Schlüsselloch erkennbar und als der König sich hinunterneigte, spürte er einen kräftigen und frischen Zug.

Der König ließ seine Minister und deren Berater vor der Tür versammeln und nachforschen, wer von dieser Tür und dem, was dahinter lag, Kenntnis hatte. Doch keiner seiner Ratgeber konnte Antwort geben - auch sie hatten diese Tür noch nie bemerkt. Da verlangte der König nach dem Schlüssel und befahl die Tür zu öffnen. Doch niemand wusste, wo dieser war, und noch weniger, wie man ihn beschaffen konnte. Sieben Tage und Nächte berieten die schlauesten Köpfe des Reiches, was man unternehmen könne, um den Schlüssel zu finden und die Tür zu öffnen.

Am siebten Tage, die hochrangige Menschenschar rund um den König stand gerade wieder vor der Tür, sprang der Hofnarr des Königs hervor. Er hatte sich unbemerkt dazugesellt - eilte nun auf die Tür zu und öffnete sie mit einer entschlossenen Bewegung - die Tür war nicht verschlossen!
 

Bilder drücken Gefühle aus

Sonja erging es in ihrem Leben wie dem König. Sie stand mitten im Leben, drehte darin immer wieder ihre Runden - mal mehr, mal weniger zufrieden. Plötzlich stand auch sie vor einer Tür, die ihr bisher noch nie aufgefallen war. Diese Tür stand für einen Punkt in ihrem Leben, den sie so nicht hatte kommen sehen. Auch sie spürte einen kräftigen frischen Zug, auch sie war neugierig auf das, was hinter "ihrer" Tür lag, auch sie hatte keine Ahnung, wie sie die Tür öffnen sollte. Und einen Schlüssel hatte sie auch nicht. Auch in ihrem Leben gab es Ratgeber, die es gut mit ihr meinten. Und auch sie hatten keine Idee, wie sie "ihre" Tür öffnen konnte. Ein Hofnarr war allerdings weit und breit nicht zu sehen.

Sonja erzählte mir von dieser Tür in einer Coaching-Sitzung. Sie hatte meine Unterstützung gesucht, weil sie spürte, dass ihr der innere Antrieb abhanden kommen würde. Das kam zwar nicht von heute auf morgen - aber als sie begann, ihre Gefühle zu beschreiben, wurden ihre Augen plötzlich feucht und erste Tränen kullerten über ihre Wangen. Ich stellte Sonja die Frage nach der Lebensfreude: Wo ist die? Wie äußert sie sich? Wer oder was sorgt dafür?

Fortsetzung folgt!